Woven Hand in Cologne (D), 13. November 2008
thanks Sandy and Antje! Thanks Sven!






Kicking Bird

















Splinters (!)










Beautiful Axe














As I Went Out One Morning






As I went out one morning (different version)




  1. Kicking Bird
  2. The Beautiful Axe
  3. The Speaking Hands
  4. Splinters
  5. Tin Finger
  6. Whistling Girl
  7. Cohawkin Road
  8. Dirty Blue
  9. Kingdom Of Ice
  10. Słota Prow/Winter Shaker
  11. Horse Head Fiddle
  12. Not One Stone

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  1. As I Went Out One Morning
  2. Deerskin Doll




Review by Sandy in German, she will translate later


Der Auftakt zur Herbsttour

Köln, 13.11.2008

 

 

 

Entscheidungen im Vorfeld

 

Unglücklicherweise erwischte mich eine Woche vor dem herbstlichen Tourstart ein grippaler Infekt, dessen Genesung alles andere als rasant verlief )o: Noch am Morgen des 13.11.08 war die große Frage: „Fahr ich oder fahr ich nicht?“ Nach einem halben Tag Schlaf fiel es mir allerdings leichter, ebendiese mit einem entschiedenen „NATÜRLICH!“ zu beantworten.

Paule hatte Ticket und Wegbeschreibung gut verstaut und so machten wir uns frohen Mutes –wenn auch eine Stunde später als geplant– auf den Weg nach Köln. Die Eckdaten: Köln, Gebäude 9, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr.

Ich hoffte auf wenig Stau...

...und stand eine dreiviertel Stunde später in einem solchen. Im Radio sprachen sie davon, dass es mehrere Staus auf dieser Strecke gab – alles in allem ca. 10 km. Da ich direkt zwischen zwei Abfahrten stand, blieb mir noch genug Zeit, den Atlas zu zücken und eine Alternativroute zu suchen...die war alsbald gefunden und nach weiteren 45 Minuten konnte sie dann auch endlich ausprobiert werden und erwies sich als wahrer Glücksfall. (o: Dennoch war es mittlerweile weit nach 19 Uhr und der anvisierte Ort noch Tausende Kilometer (na ja, okay...um ehrlich zu sein: es waren ~130 km) entfernt. Eile war also geboten!

Die Ankunft in Köln erwies sich als wesentlich angenehmer als im letzten Jahr...aber ganz ohne Missgeschick ging’s dann doch nicht: das Ziel vor Augen verpasste ich die richtige Abfahrt; es dauerte allerdings nur 10 Minuten, diesen Faux pas auszumerzen und kurz vor 21 Uhr betrat ich strahlend Gebäude 9.

 

Große Freude...

 

...erfüllte mich nicht gerade, als ich auf dem Plakat an der Kasse sah, dass es eine Vorband geben sollte. Ich erkundigte mich und fand heraus, dass die wahre beste Band der Welt erst gegen 22 Uhr starten sollte/wollte/durfte/konnte...

Nun gut. Vielleicht machte(n) Rose Kemp ja auch feine Musik. Vorerst aber sauste ich zum Merchandisestand. Und da waren sie: die neuen T-Shirts. Diesmal war die Entscheidung leicht, denn sie sind schwarz. ;o) Noch fix ein Poster von der Wand gemopst und alles schön im nahe geparkten Auto verstaut und dann der Dinge lauschen, die da folgen sollten.

 „Rose Kemp“ erwies sich nicht als Band sondern als (mittel-)junge Frau aus dem britischen Königreich, die, mit E-Gitarre und voller Stimme bewaffnet, die Menge in Erstaunen versetzte. Ich persönlich fand es ein bisschen schrecklich, nicht zuletzt, weil es VIEL zu laut war. Anfangs dachte ich, es liege an meinen ohnehin etwas schmerzenden Ohren und stopfte eine ziemliche Menge Tempo in meine Lauscher. Spätestens nach dem 3. Lied sah ich aber auch andere Personen im Publikum, die sich ob der Lautstärke des Gekreisches der musizierenden Dame und ihrer Klampfe die Ohren zu hielten oder aber den Raum verließen. Ich nutzte die Zeit zum Testen der Kamera (ich stand ganz hinten, aber dafür 1m höher) und zum Getränkekauf. Außerdem erkundigte ich mich beim Merchandise-Mann, ob die holde Dame denn die ganze Tour mit dabei wäre und bekam die Auskunft: nur bis zum 21.11.08. Hmmpf...ihr letzter Auftritt an meinem letzten Konzertabend. Man kann nicht alles haben!

~22 Uhr. DEE betritt die Bühne in einer Halle, die hübsch hell beleuchtet und publikums-technisch unterbesetzt ist...Aufregung in den ersten beiden Reihen...

...aber umsonst: das Höckerchen muss noch richtig hingestellt und einige andere technische Dinge gerichtet werden. 5nach10. DEE verlässt die Bühne.

Aha.

 

Kann losgehen!

 

Das sollte einer der von mir meist gedachten Sätze neben „Oooh – wie cool ist das denn bitteschööön?“ an diesem Abend werden.

Allmählich kam Bewegung in die Halle, die zwar gut gefüllt, aber nicht ausverkauft war, das Licht wurde schummriger und dann kamen die Herren, derentwegen sich die Anwesenden auf den Weg gemacht hatten.

Tempostücke raus aus den Ohren, die Kamera in die Hand und schon startete KICKING BIRD. Und ganz rasch war das Tempo wieder im Ohr drin, denn dieser rasante Titel war mir schlicht zu laut. Das tat der Aufregung meinerseits allerdings keinen Abbruch, denn es war meine Premiere, diesen Song live zu hören. Ich mag ihn wirklich gern, find ihn aber immer viel zu kurz – leider wurde keine verlängerte Live-Version draus. Schade. Aber ein furioser Einstand, der nach einer kleinen Weile von BEAUTIFUL AXE abgelöst wurde. Einer meiner Favoriten auf dem aktuellen Album. Was ich nicht ganz so super fand, war der rege Einsatz des Verzerrmikrofons; ich bin davon einfach kein großer Fan. Nun, und zwischendurch hörte es sich etwas schräg an. Irgendwann fiel mir auf, dass Peter van Laerhoven verschwunden und auch anfangs bei SPEAKING HANDS nicht zu sehen war – obwohl es ein recht langes Intro gab (kann losgehen!)...als er dann aber plötzlich (mitten im Song) wieder auftauchte, stimmte er zuversichtlich sein Saiteninstrument. Ich gehe jetzt also mal davon aus, dass da vor lauter Enthusiasmus eine Saite den Geist aufgegeben hatte. Wie auch immer: das mitgebrachte Glöckchen an Ordy Garrisons Drums kam zwar nicht zum Einsatz, aber die Darbietung war erneut sehr kraftvoll und vereinnahmend.

„Erneut“ ist ein gutes Stichwort, denn es gab erneut eine längere (ich nenne sie mal) Introphase (so. kann losgehen!), in der Publikum und –so schien es zumindest hinten– auch Teile der Band versuchten, heraus zu finden, welcher Titel der kommende werden sollte. Vorsichtshalber zückte ich mal die Kamera und startete deren Videofunktion und konnte deshalb gar nicht gebührend juchzen, als sich SPLINTERS zu erkennen gab! (oooh – wie cool ist das denn bitteschööön?) Was für ein Highlight. Wieder ein bisschen schräg zwischendurch, aber nichtsdestotrotz sensationell! Und kaum hatte ich mich ansatzweise beruhigt, dröhnte auch schon TIN FINGER durchs Gebäude 9 und wusste durch sein brachiales und wildes Erscheinungsbild zu begeistern. (oooh – wie cool ist das denn?) Die Menge allerdings wirkte eher gelassen als enthusiastisch und nicht so mitgerissen wie die letzten, die ich erlebt habe. Das mag daran gelegen haben, dass das Konzert an einem Tag mitten in der Woche (Donnerstag) stattfand oder an der fortgeschrittenen Uhrzeit. (?) Ich hab keine Ahnung, aber ein bisschen mehr Freude kam auf, als Mr Edwards die Banjola holte. Endlich! ;o) WHISTLING GIRL wurde angestimmt und leider nur durch das Verzerrmikro mit Text versorgt. Das hielt mich allerdings nicht vom Vor-Mich-Hin-Hüppeln ab! Schließlich ist es eines meiner Lieblingsstücke.

Eine wirklich lange (kann losgehen!) Pause folgte (kann los-geh-en!!), die ich jetzt nur bedingt als „Intro“ zum nächsten Titel bezeichnen würde (so. jetzt kann’s aber wirklich losgehen!!) und zumindest im hinteren Teil des Publikums wurde es etwas unruhig (wir sind bereit! kann losgehen!) und man fragte sich, wohin das führen sollte...

...direkt zu COHAWKIN ROAD wie sich irgendwann herausstellte! (oh wie cool!) Noch ein Highlight und noch eine Premiere, die sich zwar punktuell auch etwas holprig gestaltete, aber eindeutig ein „großartig“ verdient hat. Aus meiner Sicht ganz bestimmt, ist nämlich noch einer meiner Favoriten der neuen Scheibe. (o:

Ohne große Pause schloss sich DIRTY BLUE an und verscheuchte einige skeptische Blicke von Personen in meinem Umkreis und setzte einige andere Leute in arge Bewegung! (o: Es ließ in seiner Intensität und Grandiosität aber auch nichts zu wünschen übrig!

Oh – und wie cool war das denn bitteschön, als die Banjola wieder ihrer Bestimmung zugeführt und zum Musizieren benötigt wurde, weil wir uns doch jetzt das sensationelle KINGDOM OF ICE anhören sollten! Die wundervolle Banjola-Melodie konnte ich wegen der Tempo-Stücke in meinen Ohren gar nicht richtig wahrnehmen, weshalb ich den Versuch unternahm, ohne selbige auszukommen. Mir war es aber immer noch zu laut und ich stöpselte meine Lauscher wieder zu. Allerdings tat das meiner Begeisterung keinen Abbruch, denn dieser Song ist so grandios, dass ich gar nicht anders als entzückt sein kann!

„In fierceness and rage…” vor mich hin summend überbrückte ich die kurze Pause, nach der SŁOTA PROW–Zeilen WINTER SHAKER einleiteten. Das funktioniert immer: das Bombastische und Schnelle dieses Titels lässt nur Enthusiasmus zu. Nicht nur bei mir. (o: Deshalb gab es auch eindeutig mehr Bewegung in der Menge vor der Bühne als zuvor, was allerdings nicht allzu lange anhielt, nachdem der letzte Ton verklungen war. „I look for Him in everywhere…” machte nämlich den Eindruck eines Intros, das vielleicht wieder ausufernder wurde? Nachdem aber dann nur wildes Getrommel und dräuendes Bass-/Gitarrensaiten-Gezupfe folgte, wurde zumindest mir schlagartig bewusst, dass wir schon mittendrin in HORSE HEAD FIDDLE waren! (holla! wie cool ist das denn bitteschööön?!) Großartig! Ich war in Eindhoven schon so unglaublich hingerissen davon und nun auch noch mit dem Humbert’schen Bassspiel! Ein Ereignis! Ein Highlight! Das hätte meinetwegen noch Stunden dauern dürfen! Tat es aber leider nicht.

Stattdessen rundete NOT ONE STONE die phänomenale Setlist ab. Auch diese Premiere gestaltete sich zwischendurch wieder etwas holprig und vielleicht ein bisschen melodiefern ;o), aber ich fand, es war ein gelungener Einstand.

Als der letzte Ton verklungen war, gestaltete das musizierende Volk seinen Abgang mittels Winken und Dankesbezeugungen.

Das übliche rhythmische Geklatsche zwecks Zugaben untermalte Indianergesang, der laut aus den Boxen schallte – und mich bei der Applausabgabe etwas irritierte. Kurz entschlossen zückte ich nochmals meine Kamera und nahm das Spektakel auf. Ein Vorhang ging auf und Ordy Garrison suchte sich einen Weg zu seinem Arbeitsgerät, dicht gefolgt von DEE. Zusammen gaben sie AS I WENT OUT ONE MORNING zum Besten und schon wieder durfte ich meiner Aufregung nicht lauthals Ausdruck verleihen, falls ich das Video mal noch jemandem zeigen wollte...weshalb man mich wohl bloß wie ein Lebkuchenmännchen strahlen sah. (o:

Lauter wurde ich dann aber kurz, als DEERSKIN DOLL angestimmt wurde und belohnt wurde ich mit dem furiosen Zusammenspiel der vier Männer dort vorn auf der Bühne, die wieder alles gaben, um die aufgebaute Spannung des Liedmittelteils angemessen aufzulösen...(o:

 

Hach.

Das war also der Tourauftakt.

Fazit:

Einige kleine Holprigkeiten im Melodiefluss der neuen Stücke, zuweilen lange Pausen, ein Zuviel an Lautstärke (mag aber auch nur subjektiv so gewesen sein, weil meine Ohren nicht ganz heil waren) und an Verzerrmikro; dazu eine tolle Songauswahl, einige Highlights und ein Abschluss, der meinen Abend abrundete: ich kam nämlich noch zu einem kleinen Plausch mit DEE.

Es war mir ein Bedürfnis, ihm oder Ordy Garrison von meiner Begeisterung von Eindhoven zu berichten und dabei erfuhr ich dann auch gleich, dass die zehn beteiligten Musiker nur 2 Tage Zeit hatten, um sich auf dieses Ereignis  (im Oktober) vorzubereiten! Fantastisch! Zeigt, welch grandiose Musiker das alles waren, denn das Zusammenspiel war sensationell.

Und meckern musste ich natürlich auch gleich noch ;o), denn ich hatte eben einen der ganz wenigen Abende OHNE YOUR RUSSIA erlebt! Mr Edwards gestand, dass sie diesen Song schon so häufig gespielt hätten, dass es mittlerweile einfach genug sei...ich bin selbstredend ganz anderer Meinung und ließ mich glatt dazu hinreißen, mal nachzufragen, ob sie in Bielefeld nicht noch eine Ausnahme machen könnten...die Antwort: „Oh, okay“ mit breitem Grinsen.

Wir werden sehen, ob er sich nächste Woche noch erinnern kann! ;o)

 

Auf einen Blick: die Setlist

 

  1. Kicking Bird
  2. The Beautiful Axe
  3. The Speaking Hands
  4. Splinters
  5. Tin Finger
  6. Whistling Girl
  7. Cohawkin Road
  8. Dirty Blue
  9. Kingdom Of Ice
  10. Słota Prow/Winter Shaker
  11. Horse Head Fiddle
  12. Not One Stone

 

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  1. As I Went Out One Morning (Duo)
  2. Deerskin Doll

 

 

© sAndy, 14.11.2008



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